KAP HALBINSEL
17. Okt 2018 in Südafrika
Das Kap der Guten Hoffnung besticht durch seinen Abwechslungsreichtum. Es bietet Wanderungen entlang der Küste, spektakuläre Aussichten vom Cape Point und diverse Tierbeobachtungen, von wilden Straußen und Pavianen hin zu den Brillenpinguinen von Simons Town.
Kapstadt zählt insbesondere wegen der fantastischen Umgebung als eine der schönsten Städte der Welt. Allen voran natürlich die Kap-Halbinsel mit dem Kap der Guten Hoffnung. Bereits die ersten Kilometer der Strecke machen die hinter uns liegende Großstadt vergessen. Mit dem Chapmans Peak Drive tauchen wir in eine andere Welt ein.
Ausblick vom Chapmans Peak Drive auf die Hout Bay
Markanter Felsen an der Hout Bay
Der Noordhoek Bach am Chapmans Peak Drive
Die kurvige M6 entlang der Küste ist mit Aussichtspunkten gespickt. Gerade am Beginn der Straße gibt es tolle Aussichten auf die Hout Bay und den gleichnamigen Ort. Besonders spektakulär ist dabei der am Rand der Bucht aufragende Felsen, der wie ein Turm die Umgebung überragt. Es sollten unbedingt alle Haltebuchten entlang des Chapmans Peak angefahren werden, denn die gerade einmal 7 Kilometer lange Straße endet erstaunlich schnell. Der letzte Höhepunkt des Chapmans Peak Drive ist der weitläufigen Noordhoek Beach.
Kap der Guten Hoffnung
Nach einem kurzen Zwischenstopp in Simons Town, wo wir unsere Unterkunft bezogen haben, geht es weiter auf die Kap-Halbinsel. Auf der Fahrt bemerken wir, dass wir unsere Reisepässe nicht dabei haben, mit denen wir uns eigentlich zusammen mit der Wildcard ausweisen müssen. Am Eingang des Nationalparks stellen sich unsere Befürchtungen als unbegründet heraus. Wir müssen nur die Wildcard vorzeigen und niemand interessiert sich für die Reisepässe. Erleichtert fahren wir weiter und steuern direkt den südlichsten Punkt der Halbinsel an.
Bereits auf der Straße zum Kap der Guten Hoffnung werden wir mit unerwarteten Tierbeobachtungen verwöhnt. Knapp neben der Straße bewegen sich einige Strauße am Ufer entlang. Die Strauße lassen sich nicht weiter von uns stören und knabbern genüsslich die Blumen entlang der Atlantikküste ab. Die Vögel scheinen den Menschen gewöhnt zu sein und lassen sich von unserer Anwesenheit nicht beeindrucken.
Strauß vor der Atlantik-Küste
Nahaufnahme eines Straußes auf der Kap-Halbinsel
Am Parkplatz des Kaps der Guten Hoffnung stoßen wir auf Paviane, die entlang der parkenden Autos schleichen. Die Bärenpaviane sind in dieser Region weit verbreitet und sollten auf keinen Fall gefüttert werden. Ebenso sollten die Autotüren und -fenster geschlossen gehalten werden. Die schlauen Tiere sind geschickt genug, um die Türen selbstständig zu öffnen. Einer der Affen macht es sich bei unserer Ankunft auf dem Dach unseres Vordermannes gemütlich.
Pavian auf einem Autodach
Das Ziel am Kap der Guten Hoffnung ist das dortige Schild mit der Aufschrift „CAPE OF GOOD HOPE – THE MOST SOUTH-WESTERN POINT OF THE AFRICAN CONTINENT“ und den GPS Koordinaten S34°21′25″ und E18°28′26″. In der Regel ist dieser Spot von Touristen umlagert und es ist schier unmöglich ein Bild von dem Schild alleine zu bekommen. Wir haben jedoch Glück und es herrscht gerade Ordnung. Jeder geht kurz hinter das Schild, macht ein Bild und dann wird sofort Platz für die nächste Gruppe gemacht, wenn das doch nur an allen Touristenattraktionen so gut funktionieren würde.
Schild am Kap der Guten Hoffnung mit dem Atlantik im Hintergrund
Nahaufnahme des Schildes
Parkplatz am Kap der Guten Hoffnung von oben aufgenommen
Hinter dem Kap der Guten Hoffnung geht ein kleiner Pfad den Berg hinauf. Wir folgen dem Wanderweg und laufen das kurze Stück bis zum Dias Beach, einem Sandstrand, der von Felsen eingeschlossen ein schönes Bild ergibt.
Dias Beach am Kap der Guten Hoffnung
Zwei Bärenpaviane in den aufblühenden Blumen
Pavian beim Fressen
Unbeeindruckte Bärenpaviane am Wegesrand
Portrait eines Bärenpavians
Auf dem Weg treffen wir eine Gruppe von Bärenpavianen, die sich an den blühenden Blumen satt fressen. Die Tiere zeigen dabei keine Scheu und lassen uns bis auf wenige Meter an sich heran. Die Paviane sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Als wir nur eine Sekunde unaufmerksam sind und den Affen den Rücken zudrehen, springt einer der Affen auf und versucht an den Rucksack zu kommen. Man sollte in der Anwesenheit von Pavianen unbedingt jederzeit aufmerksam sein.
Cape Point
Der letzte Punkt auf unserer List am Kap der Guten Hoffnung ist der Cape Point. Leider haben wir nur wenig Zeit zur Verfügung, da wir pünktlich zurück in Simons Town sein wollen, um die dortigen Pinguine zu beobachten. Aufgrund der Zeitknappheit besuchen wir nur den Aussichtspunkt am alten Leuchtturm. Von diesem Punkt können wir wieder den Dias Beach und die dahinterliegenden Felsen sehen, auf denen wir nur wenige Stunden vorher entlanggewandert sind.
Der Dias Beach aus einer anderen Perspektive
Die Ostseite des Cape Points
Verschiedene Aussichtspunkte am Cape Point
Blick auf die unter uns liegenden Brandungswellen
Der Aussichtspunkt am Cape Point beeindruckt mit einer Vielzahl an schön gestalteten Plattformen, von denen wir direkt auf den tief unter uns liegenden Atlantik schauen können. Wer mehr Zeit mitbringt, der kann den Weg noch weiter fortsetzen und erhält noch den Blick auf den neuen Leuchtturm. Wir machen uns aber auf den Rückweg und fahren zurück nach Simons Town.
Simons Town
Ziemlich genau um 17 Uhr treffen wir wieder in Simons Town ein. Diese Uhrzeit wurde uns von der Unterkunft mitgegeben, weil die Brillenpinguine gegen 17 Uhr von der täglichen Jagd zurück an Land kommen. Wir machen uns sofort auf den Weg zum Foxy Beach, wo es zwei hölzerne Aussichtsplattformen gibt. Bereits auf dem Weg zum Strand sehen wir viele der Pinguine in den Büschen direkt neben dem Weg.
Pinguin in der Vegetation neben dem Weg
Karte von Simons Town
Aussichtsplattform am Foxy Beach
Gruppe von Brillenpinguinen am Foxy Beach
Am Strand sind dann deutlich mehr Pinguine zu sehen. Viele schwimmen in kleinen Gruppen auf den Strand zu und rauschen mit den Wellen dem Ufer entgegen. Wenn die Welle sich zurückzieht, dann heißt es schnell aufrappeln und im schnellen Watschelgang den Strand hinauf laufen. Die langsameren Pinguine werden dabei teilweise von der nachfolgenden Welle wieder umgerissen, davon lassen die Pinguine sich jedoch nur kurzzeitig verwirren und setzen ihren Weg unbeirrt fort.
Vier Pinguine laden mit der Brandungswelle am Strand
Brillenpinguine watscheln an den Strand
Pinguin am Strand von Simons Town
Die Brillenpinguine sind jedoch nicht die einzige Sehenswürdigkeit, auch ohne die Pinguine wäre Simons Town einen Besuch wert. Insbesondere der Boulders Beach ist schon alleine wegen der Felsen sehenswert. Der Name kommt dabei von den runden Felsen, die im Laufe der Zeit vom Wasser geglättet wurden und wie Murmeln am Strand liegen.
Boulders Beach mit der False Bay im Hintergrund
Interessant geformte Felsen am Boulders Beach
Pinguin reckt sich am Strand vom Boulders Beach
Boulders Beach mit den rundgeschliffenen Felsen
Abends kehren wir ins Seaforth Restaurant ein, das sich in direkter Nähe zu dem Foxy Beach befindet. Der Name ist hier Programm und es gibt vielerlei Fischgerichte auf der Karte. Von der Terrasse haben wir einen wunderschönen Ausblick auf die False Bay und die direkt vor dem Restaurant liegenden Felsen. Einige Pinguine sind auch an diesem Strandabschnitt zu finden. Als wir das Restaurant verlassen ist gerade eine kleine Gruppe von Pinguinen dabei mühsam die Treppen vom Strand zum Parkplatz zu erklimmen. Bei der kleinen Körpergröße gar nicht so einfach.
Wir haben noch nicht genug von den Pinguinen und stehen am nächsten Morgen pünktlich um 5:45 Uhr auf, um den Sonnenaufgang über der False Bay anzuschauen. Dazu gehen wir zum Burgher’s Walk, dessen Startpunkt sich auf der rechten Seite des Boulder Beach Parkplatzes befindet. Hier verläuft ein kleiner Pfad direkt entlang der felsigen Küste. An diesem Morgen sehen wir nur wenige Pinguine, die sich tief in den Büschen verkrochen haben und nur ganz vereinzelt sehen wir Pinguine über den Weg in Richtung Meer watscheln.
Morgenröte über der False Bay
Sonnenaufgang am Burgher`s Walk
Klippschliefer in den Büschen des Burgher`s Walk
Klippschlieferfamilie mit jungen Tieren
Früher scheinen die Klippschliefer auf den Beinen zu sein. Immer wieder sehen wir die wie große Hamster wirkenden Tiere zwischen den Büschen umherhuschen. In einem Busch entdecken wir eine ganze Familie, die mitsamt einigen Jungtieren in dem Busch verweilt. Wir schauen den Tieren noch ein wenig zu und machen uns dann auf den Rückweg zur Unterkunft, wo wir Frühstücken und abwarten, bis der Boulders Beach um 8 Uhr öffnet.
Brillenpinguin in der Sonne
Gruppe von Brillenpinguinen auf einem Felsen in Simons Town
Pinguin vor den Umrissen der Berge
Runde Felsen im Wasser vor dem Boulders Beach
Der leere Foxy Beach am Morgen
Brillenpinguin am Sandstrand
Pinguine treffen sich am Strand wieder
Pünktlich um 8 Uhr stehen wir an der Kasse und werden aufgrund unserer Wildcard umsonst eingelassen. So früh am Morgen ist nur wenig los, nur die Pinguine sind bereits auf den Beinen und watscheln gut gelaunt vom Strand ins Wasser, um den Tag im Meer zu verbringen und nach Fischen zu jagen. Der Boulders Beach hat es uns mit dem schönen Strand und die umgebenden Felsen angetan, auch wenn hier deutlich weniger Pinguine zu entdecken sind.
Muizenberg
In Muizenberg versuchen wir direkt bei den bunten Strandhäusern zu parken. Es scheint jedoch alles heillos überfüllt zu sein und wir sind das erst mal froh über die Parkplatzeinweiser. Die kennen ihr Revier und so sehen wir am Ende des Parkplatzes eine energisch winkende Parkplatzeinweiserin, die uns so einen der wenigen freien Parkplätze anzeigt.
Die Parkplatzwächter sind in Südafrika überall zu finden. Es ist dabei üblich beim Verlassen des Parkplatzes ein Trinkgeld zu geben, es ist aber völlig legitim nichts zu zahlen. Wir haben immer unser Kleingeld gesammelt und dann den Parkplatzwächtern oder an Tankstellen als Trinkgeld gegeben.
Die bunten Strandhäuser von Muizenberg
Nahaufnahme der bunten Strandhäuser
Muizenberg mit Blick auf Simons Town
Am Strand sind die berühmten Strandhäuser nicht zu übersehen. Die knalligen Farben der Häuser bilden einen kräftigen Kontrast zu dem ansonsten monotonen Sandstrand. Wegen des starken Windes sind am Strand nur wenige Spaziergänger unterwegs und unser Besuch wird von dem beständigen Tosen der Wellen begleitet.